Dauerausstellung
Die Dauerausstellung bietet den Besuchern mehr als 5000 Exponate. Am Anfang der Ausstellung findet man allgemeine Informationen über die Entstehung des Bernsteins. Es werden verschiedene Naturformen des Bernsteins ausgestellt – Tropfen, Zapfen, Schlauben, Stammbernstein. In den Schaukästen sind mehr als 70 einmalige Stücke ausgestellt, die nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen der Formen, Farbnuancen und Abdrücke geschätzt werden. Das größte Bernsteinstück, der so genannte Sonnenstein, hat ein Gewicht von 3524 g. Die größten Bernsteinstücke haben einen hohen wissenschaftlichen Wert, denn sie enthalten viele Informationen über das Klima, die Tier- und Pflanzenwelt im Eozän.
Die Sammlungen des Bernsteinmuseums Palanga zählen über 15 000 inklusenhaltige Bernsteine. In den Schaukästen mit Vergrößerungsgläsern werden interessanteste Beispiele vorgestellt – hier befindet sich sogar eine Eidechse (lat. lacertidae) im Bernstein. Des Weiteren werden einzigartige archäologische Funde ausgestellt: jungsteinzeitliche Bernsteinartefakte, die von der Archäologin R. Rimantienė auf dem Gräberkomplex in Šventoji gefunden wurden, sowie Nachbildungen der Bernsteinobjekte aus Schwarzort. Das ist die so genannte Richard-Klebs-Sammlung, die 1862-1899 bei Baggerarbeiten der deutschen Firma „Stantien und Becker“ zu Tage kam. Diese Funde sind wertvolle Kunstwerke und spiegeln die Weltanschauung der jungsteinzeitlichen Bewohner der Ostseeküste wider. Die Ausstellung bietet archäologische Bernsteinfunde aus dem Neolithikum, der Bronzezeit und viel Material aus den Bestattungen an der Ostseeküste.

Es gibt Exponate, die von der bedeutenden künstlerischen Bernsteinverarbeitung zeugen: Im Zeitalter des Barock gelangte die Bernsteinkunst durch das Repräsentationsbedürfnis des Adels zu einer hohen Blüte (Monstranz aus der Kirche in Seda (17. Jh.), Hausaltar mit Kruzifix (16.-17. Jh.).

Ausgestellt werden zahlreiche Erzeugnisse von Ende des 19. bis Anfang des 20. Jh., die in Palanga hergestellt wurden. Zu der Zeit bildete die Bernsteinproduktion der einheimischen Schleifer einen großen Teil der Produktion Russlands. In der Ausstellung befindet sich eine Schleifmaschine von Ende des 19. Jh. vom Bernsteinmeister V. Žilius. Die Dauerausstellung bietet viele Bernsteinexponate aus der Zwischenkriegszeit.
Viel Platz widmet man dem Schaffen der Bernsteinkünstler vom Ende des 20. bis Anfang des 21. Jh.: Von der Serienfertigung der sogenannten Kombinate bis zu den Kunstwerken berühmter Juweliere.
Im Museum gibt es einen Verkaufssalon der Firma „Gintaro pasaulis“, wo man nicht nur Schmuck und Souvenirs, sondern auch von den Wissenschaftlern zertifizierte Bernsteininklusen erwerben kann.

Die archäologischen Sammlungen des Bernsteinmuseums Palanga

Der archäologische Bestand des Bernsteinmuseums Palanga besteht aus mehreren Sammlungen. Nennenswert ist diesteinzeitliche Bernsteinsammlung, die in Šventoji von der Archäologin RimutėRimantienė entdeckt wurde. Eine weitere Sammlung umfasst das zahlreiche archäologische Material aus der Eisenzeit, das während der vom Kunstmuseum Litauen organisierten Expeditionen zu den zerstörten Gräberfeldern der Küstenregion gesammelt wurde. In der Dauerausstellung befinden sich archäologische Funde des 1.-12. Jh. aus verschiedenen Gräbern Westlitauens (Palanga, Bezirke Kretinga, Klaipėda, Šilutė, Plungė). Das Museum verfügt über zahlreiche Funde der archäologischen Ausgrabungen (1987-1988, 1990, 2002) in den Gräberfeldern UžpelkiaiundDvyliai (Bezirke Kretinga und Klaipeda).
Im Bernsteinmuseum werden Nachbildungen der Artefakte des Schwarzorter Schatzesausgestellt, die von der Restauratorin des Pranas-Gudynas-Restaurierungszentrums Bronislava Kunkulienėnach der Publikation von RichardKlebs angefertigt wurden. Diese Sammlung kam in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zustande, als diedeutsche Firma Stantienund Beckervom Grunde des KurischenHaffs beiSchwarzort Bernstein förderte.
Interessante Artefakte aus der Stein- und Bronzezeit liefert der so genannte Palangaer Schatz. Das sind vom Grafen FeliksasTiškevičius 1905-1907 im Torf an der Ostsee gesammelte Funde. Nach dem Tod des Grafen wurden 148 Objekte der Sammlung durch seine Frau Antaninaim Jahre 1936 dem neu gegründeten Museum in Kretinga übergeben. Später gelangte die Sammlung nach Kaunas ins M.-K.-Čiurlionis-Kunstmuseum, dann ins Staatliche Historische Museum. Seit 1963 wird die Sammlung im Bernsteinmuseum Palanga ausgestellt.
Home