Ausstellungen

Das LEUCHTEN

Feliksas DaukantasRetrospektive

25.04.2015 - 01.12.2015

Die Retrospektivausstellung von Feliksas Daukantas (1915–1995) ist dem 100. Geburtstag des bekannten litauischen Designers und Juweliers gewidmet. Mit dieser Ausstellung soll nicht nur sein künstlerisches Erbe verewigt, sondern auch die litauische Designgeschichte aktualisiert werden, denn Daukantas legte die Grundlage für eine nationale Designschule. Das Bernsteinmuseum verfügt über einen großen Teil des schöpferischen Nachlasses des Designers, dazu zählen 338 Exponate. Schmuckbeispiele aus seiner frühen Schaffensperiode wurden 1968, aus seiner späten 1995 erworben. Die Arbeiten des Künstlers wurden weltweit ausgestellt: 1967 auf der EXPO-67 in Montreal (Canada), 1970 auf der EXPO-70 in Osaka (Japan), 1973 in Paris (Frankreich) und in Salzburg (Österreich), 1974 in Linz und Wien (Österreich), 2012 auf der EXPO-2012 in Yeosu (Südkorea). Der Pavillon Litauens wurde hier mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. 1975 und 1995 wurden seine Personalausstellungen in Palanga eröffnet. 1970 entwarf  Daukantas das Wappen für die Stadt Palanga, das ein wenig von der Künstlerin  Gražina Oškinytė-Eimanavičienė ergänzt, 1996 von der Stadtverwaltung genehmigt wurde.

Feliksas Daukantas hinterließ sichtbare Spuren in der litauischen Designgeschichte. In den Jahren 1961-1985 leitete er den Lehrstuhl für Design am Institut für Kunst (heute Kunstakademie Vilnius) und arbeitete dort bis 1992. Daukantas entwickelte einen methodischen Rahmen für die Definition der Tätigkeit eines Designers, bemühte sich um die Verbreitung der litauischen Designleistungen in Massenmedien. Im vorherrschenden Kontext der sowjetischen Ideologie gelang es ihm, die Bedeutung des künstlerischen Ausdrucks zu betonen – die objektive Schönheit der Objekte, die auf dem Verhältnis zwischen der ästhetischen und praktischen Funktion beruht. Als Pionier der Juwelierkunst leistete er einen wichtigen Beitrag zur litauischen Kultur. Der Künstler veränderte das Konzept des Bernsteinschmucks, sprach sich gegen die Natur des Bernsteins beschädigende Verarbeitungsmethoden aus. Dank dem Künstler änderten sich das Design des Schmucks und die Wahrnehmung des Materials. Daukantas schuf auch Leder- und Metallarbeiten, von besonderem Interesse jedoch ist seine Bernsteinkunst. Viel Aufmerksamkeit schenkte er dem Bernstein beim Entwerfen der Muster für die Serienfertigung im damaligen Bernsteinkombinat "Dailė". Sein Stil wurde zum Vorbild für mehrere andere Künstler. Um die Stereotypen in diesem Bereich zu brechen, fing Daukantas mit der negativen Gravierung an, machte Schmuck aus gleichartigen Teilen. Aber sein wichtigstes Anliegen blieb, die natürlichen Eigenschaften des Bernsteins zu betonen.

Die Retrospektive "DAS LEUCHTEN" wurde am 26. April 2015 feierlich eröffnet.

Gefördert

vom Kulturministerium der Republik Litauen

und dem Litauischen Kulturrat

 

SCHLOSS DER GRAFEN TIŠKEVIČIUS IN PALANGA:

RESIDENZ DER ADELSFAMILIE, KÜNSTLERHAUS, BERNSTEINMUSEUM

25.04.- 31.12.2015

Von den anderen Ostseebädern unterscheidet sich Palanga durch den einzigartigen kulturellen Raum – durch die majesthätische Sommerresidenz der Grafen Feliks und Antanina Tiškevičius, die von zwei berühmten europäischen Architekten (dem Deutschen Franz Heinrich Schwechten und dem Franzosen Edouard Francois Andre) um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jh. geschaffen wurde. Heute führen alle Parkwege von den Sandstränden und Dünen, dem Birute-Hügel, gemütlichen Lichtungen, geheimnisvollen Teichen ins 1963 im Schloss eröffnete Bernsteinmuseum, das im Laufe von 50 Jahren zu einem der meistbesuchten Museen Litauens, aber auch bekannt in der Welt geworden ist.

                                                                                                            R.Budrys

Entstehung der Residenz in Palanga

Graf Feliksas Tiškevičius (1870–1932) und seine Frau Antanina Koržbok-Loncka (1870–1952) ließen Ende des 19. Jh. im heiligen Birutė-Wald ihr Repräsentationsschloss bauen. Der Bauplan des Schlosses wurde im persönlichen Archiv des Architekten Franz Heinrich Schwechten (1841–1924), (Geheimes Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz) in Berlin entdeckt. Die Sammlung zählt 74 Bauzeichnungen und Skizzen. Das Archiv Schwechtens lässt das ursprüngliche Konzept des Schlossensambles erahnen, so wie es dem Auftraggeber, dem Grafen Feliksas Tiškevičius, vorschwebte. Gleichzeitig wurde auch der Landschaftspark angelegt, der vom französischen Gartenarchitekten Édouard François André (1840–1911) entworfen wurde. André hat über 100 Parks in aller Welt angelegt, vier davon in Litauen. Der Park in Palanga umfasste eine Fläche von 36 ha.

Aristokratische Umgebung des Schlosses

Die Inneneinrichtung des Schlosses wurde im Rokoko – Stil gestaltet, wie es Ende des 19. Jh. üblich war. Davon zeugen erhalten gebliebener Stuck, Marmor und Spiegel. Die Räume wurden mit wertvollen Kunstwerken ausgestattet – es gab viele Skulpturen, Gemälde und Gobelins. Im Schloss hatte der Graf seine archäologische Sammlung, die im Jahr 1900 in der Weltausstallung in Paris gezeigt wurde. Das Schloss war modern und mit allen neuesten technischen Einrichtungen versehen: es gab Wasser- und Abwasserleitungen, Zentralheizung, zur Küche gehörte ein Lift.

 Zeichen der Frömmigkeit

1907 wurden an der Westseite eine Kapelle angebaut – ebenso von Schwechten entworfen. Der Bau bekam eine achteckige Form. Von der Nord- und Südseite wurden riesige rechteckige Fenster mit dreieckigen Giebeln eingebaut und kleine ovale Öffnungen daneben. Am Fuß des Birutė- Hügels ließ der Graf Feliksas Tiškevičius 1899 eine Grotte mit der Statue der Mutter Gottes errichten. Im Mittelpunkt des Parks, vor dem Schloss wurde Anfang des 20. Jh. die Statue des Segnenden Christus gesetzt.

 Das Schloss während des 1. Weltkrieges

Nicht alle Pläne von Schwechten konnten verwirklicht werden. Die erhalten gebliebenen Skizzen und Bauzeichnungen vom Schloss Palanga sind eine besonders wichtige Quelle, die einen Überblick über die ursprüngliche Bauidee des Schlosses vermittelt und die Genese einer der schönsten Residenzen Litauens aus der Zeit um 1900 erschließt.

1916 sollte das Schloss wieder umgebaut werden. Es wurde geplant, den Dachboden auszubauen und die Gästezimmer einzurichten. Der Plan wurde nicht verwirklicht. Die Familie Tiškevičius wohnte während des 1. Weltkrieges nicht in Palanga, sondern in den Gutshöfen der Brüder von Antanina Tiškevičienė in der Region Posen. Nach dem Krieg fanden die Grafen das Schloss stark beschädigt, besonders die Schlosskapelle.

 Das Schloss in der Unabhängigkeitsszeit

1931 kaufte der Staat dem Grafen F. Tiškevičius die Seebrücke und 11 ha Wald ab. 1933 – den Birutė-Hügel mit einem Grundstück von 19,7 ha, das für 36 Jahre an den Verein zur Verschönerung von Litauen übergeben wurde. Nach der Bodenreform verlor die Familie viele Grundstücke und hatte demnächst finanzielle Schwierigkeiten. Ab 1932 wurde es wegen dem Verkauf des Schlosses und des Parks an den Staat verhandelt. 1937 gehörten zum Vermögen der Adelsfamilie Tiškevičius folgende Objekte: der Schloss- und Parkkomplex (das Schloss, die Rotunde, Häuser des Verwalters und des Chauffeurs, Eiskeller, Pferdestallungen, 2 Scheunen, ein Stall, Orangerie), Kurhaus, Restaurant „Pajūris“, Gebäude des Krankenhauses, Sommervillen „Danutė“ und „Zbyšek“. Das Vermögen hatte einen Wert von 1 Mio Litas.

 Das Schloss während des 2. Weltkrieges

Während des 2. Weltkrieges befanden sich im Schloss Militärkommandanturen. In Palanga waren die Truppen der russischen Luftwaffe unter der Leitung von Vasilij Stalin, dem Sohn von Josif Stalin, stationiert. Nachdem die Rote Armee im Juni 1944 die Offensive in Weißrussland begonnen hatte, näherte sich die Front in Richtung Litauen. Am 10. Oktober 1944 besetzten russische Truppen Palanga. Im 2. Weltkrieg wurde das Schloss stark beschädigt.

                     Das Schloss des Grafen Tiškevičius – Haus der Künstler

Das Schloss wurde 1956 nach dem Projekt von Alfredas Brusokas restauriert, es erfüllte einige Jahre die Funktion eines Künstlerhauses des Künstlerverbandes Litauens. Die Künstler konnten hier wohnen und schaffen. Anfang Januar 1957 wurde das Künstlerhaus feierlich eröffnet. Die erste Gruppe von 40 Malern aus der damaligen Sowjetunion leitete der berühmte litauische Maler Antanas Žmuidzinavičius.

 Das Bernsteinmuseum

Das Bernsteinmuseum Palanga wurde am 3. August 1963 eröffnet. Die erste Dauerausstellung wurde vom damaligen Direktor des Kunstmuseums Litauen Pranas Gudynas konzipiert. An der später erweiterten Ausstellung arbeitete der jetzige Direktor Romualdas Budrys mit. In fünf Jahrzehnten ist daraus ein bedeutendes Zentrum für Sammlung, Forschung und Verbreitung von Informationen über den Bernstein geworden. Die Sammlungen des Museums zählen über 30000 Objekte. Die Inklusensammlung (15000 Objekte) gehört zu den größten und wissenschaftlich bedeutendsten in der Welt. Die Funktionen des modernen Museums erweiterten sich – große Anziehungskraft haben nicht nur Ausstellungen, sondern auch Kulturveranstaltungen, Konzerte, wissenschaftliche Konferenzen und museumspädagogische Programme.

Gefördert

vom Kulturministerium der Republik Litauen

und dem Litauischen Kulturrat


 

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